Schlafen

Kaum sind unsere Babys auf der Welt, wirbeln sie alles durcheinander. Vor allem die Themen Einschlafen und Durchschlafen bereiten vielen jungen Eltern Kopfschmerzen. Aber warum vertrauen Sie nicht einfach Ihrer Intuition zum gemeinsamen Schlafen im Elternbett? Kennen Sie auch das Bedürfnis, das Baby mit ins muckelig-kuschelige Elternbett zu nehmen, einfach damit es nicht allein sein muss, damit man selber in der Nacht nicht so weit zum Stillen/Füttern muss – oder einfach, weil es das eigene Gefühl sagt?

Doch im nächsten Moment kommt die gesellschaftliche Norm: Achtung vorm plötzlichen Kindstod (SIDS)!

Das Familienbett

Das Thema Familienbett, auch Co-Sleeping genannt, ist daher sehr umstritten. Doch geht es in den meisten Debatten immer noch um die Gefahren, die dem Baby im Elternbett drohen, nicht etwa um die möglichen Nachteile, wenn das Baby im eigenen Zimmer schläft. So herrscht schon seit Jahrzehnten unter SIDS-Forschern Einigkeit, dass ein im eigenen Zimmer schlafendes Baby ein zwei- bis dreifach erhöhtes Risiko hat, durch den plötzlichen Kindstod zu sterben!

 

Von Wissenschaftlern unumstritten sind folgende Tatsachen, die ein erhöhtes SIDS-Risiko bedeuten:

  • rauchende Eltern,
  • der Genuss von Alkohol,
  • die Einnahme von Drogen oder Schlafmittel,
  • wenn das Elternbett nicht babygerecht ist (zu weiche Matratzen, Federbetten, Sofa, Wasserbett ect.),
  • wenn das Baby bei einer Nicht-Pflegeperson (Babysitter) schläft,
  • wenn das Baby in Bauchlage schlafen gelegt wird,
  • wenn es ein frühgeborens Baby ist oder
  • wenn das Baby nicht gestillt wird (beim Nicht-Stillen gilt es womöglich nur für das erste Lebenshalbjahr). 

Der Mythos vom verwöhnten Baby

Und ein weiterer Gedanke hat sich in unseren Köpfen festgesetzt: Wir könnten das Baby verwöhnen und daran hindern, selbständig zu werden!

Evolutionsbiologisch betrachtet hätten unsere Babys ohne den nächtlichen Schutz durch uns Eltern den nächsten Morgen oft nicht erlebt: erfroren oder gefressen bzw. verschleppt von wilden Tieren. Das heißt, Menschenbabys sind auf ein selbstständiges Schlafen, das alleine Schlafen, nicht ausgelegt. Wer hätte in der Steinzeit schon sein Baby zum Schlafen in die Nachbarhöhle gelegt – quasi Temperaturstürzen und Tieren ausgeliefert?

Im Zeitalter der Steinhäuser mit Sicherheitstüren, doppelt verglasten Fenstern und Alarmanlagen wissen wir als Eltern natürlich, dass den Babys nichts passieren kann, doch sie selbst sind wie kleine Steinzeitbabys, deren Instinkt noch genauso funktioniert wie vor Tausenden Jahren: Nur in der Nähe meiner Eltern bin ich sicher! Deshalb suchen die meisten Kinder noch bis ins Grundschulalter die Nähe ihrer Bezugspersonen, wenn sie müde sind.

Schlafen in Geborgenheit

Müde, satt und in engem Körperkontakt zu sein, vermittelt den Babys, sich entspannen zu können. Und wer entspannt ist und sich sicher fühlt, schläft auch gut ein. Wir benötigen gar keine Tricks, um unsere Kinder zum Einschlafen zu bringen, sondern sollten ausschließlich ihre Grundbedürfnisse befriedigen.

Leider gibt es zahlreiche Ratgeber, die genau diese instinktiv verankerten Bedürfnisse nicht beachten und die Babys in den Schlaf weinen bzw. schreien lassen. Irrtümlicherweise wird dies auch als “schlafen lernen” bezeichnet. Doch leider lernen unsere Babys nur, dass sie in einem für sie wichtigen Moment allein gelassen werden und sich nicht auf ihre Eltern verlassen können. Das hat zur Folge, dass sie resignieren. Ja, sie hören auf zu schreien. Doch zu welchem Preis?

 

Welche Auswirkung das Tragen von Babys tagsüber auf den Nachtschlaf haben kann,

welche Schlafphasen die Kleinen durchlaufen und warum wir unsere Babys mit viel Nähe auch beim Schlafen nicht verwöhnen können, erfahren Sie bei uns im BabySteps-Kurs.

 

BabySteps-Kursleiterin Christin Arndt